Zum ersten Mal erschienen die 25-jährige russische Schauspielerin Aglaja Tarassowa und der 50-jährige US-amerikanische Regisseur Darren Aronofsky zusammen auf dem 67. Festival de San Sebastián in Spanien. Aronofsky ist Produzent eines Films im Programm des Festivals, während Aglaja ihn als seine Freundin begleitete. Die Fotos, auf denen sie Händchen halten und einander umarmen, belegen ihre Beziehung.
Der Regisseur von „Black Swan“ soll Aglaja während seines ersten Besuchs in Russland 2018 kennen gelernt haben. Mehrmals sah man sie auf verschiedenen Veranstaltungen zusammen. Zuerst erschienen sie gemeinsam auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung der Staatlichen Eremitage, dann auf der Hochzeit eines Freundes in Georgien und in diesem Jahr kamen sie zu den Uraufführungen des Theaterspiels „Barock“ von Kirill Serebrennikow und der skandalösen Fernsehserie „Kept Women“ (zu Deutsch „Mätressen”) von Konstantin Bogomolow. Damals aber zeigte das Paar öffentlich keinerlei Gefühle. Das ist die erste Beziehung von Aranofsky nach der Trennung mit Jennifer Lawrence.
Aglaja wurde in Sankt Petersburg in eine bekannte Familie hineingeboren. Ihre Mutter ist die berühmte russische Schauspielerin Xenia Rappoport und ihr Vater ist der Unternehmer Wiktor Tarassow. Seit ihrer Kindheit besuchte sie mit ihrer Mutter die Kinofestivals und lernte dort russische und ausländische Prominente kennen.
Xenia Rappoport und ihre Tochter Aglaja Tarassowa
Sergei Fadeitschew/TASS2008 besuchte Aglaja die Internationale Filmfestspiele von Venedig, als ihre Mutter sie moderierte. „Das Filmfestival von Venedig war ein tolles Abenteuer, ich war besessen davon. Ich habe sogar das Glas mitgenommen, aus dem Brad Pitt getrunken hatte. Dann verkaufte ich es an meine Mitschülerin in St. Petersburg für 200 Rubel (2,80 Euro). Damals war das gutes Geld“, erinnert sich Aglaja.
Aglaja sagt, sie habe immer versucht, aus dem Schatten ihrer berühmten Mutter zu treten. Sie hat ihren Familiennamen nicht angenommen und wollte keine Schauspielerin werden. Nach der Schule studierte sie an der St. Petersburger Universität Politikwissenschaft. Aber schon nach dem ersten Monat des Studiums lud man Aglaja für Proben ein.
Wenn der Drehtag zu Ende war, kehrte Aglaja auf die Uni zurück. Doch dann kamen immer mehr Castings und sie ließ sich exmatrikulieren.
Im Jahr darauf ging Aglaja auf die Fakultät der Fremdsprachen der Pädagogischen Herzen-Universität, doch die Geschichte wiederholte sich. „Als ich zu den Proben eingeladen wurde, dachte ich, dass dies nur geschah, weil ich die Tochter von Rappoport bin. Aber ich habe absichtlich einen anderen Familiennamen genommen“, erzählt Aglaja. „Aber bei den Castings fragte man mich, woher ich komme. Das bedeutete, dass man mich aus einem Film kennen musste und deshalb eingeladen wurde. Und dieser Gedanke gefällt mir sehr“. Die Schauspielkarriere und das Studium unter einen Hut zu bringen, fiel ihr sehr schwer und Aglaja hat sich letzlich für die Arbeit als Schauspielerin entschieden.
Unter den bekanntesten Projekten, an denen Aglaja beteiligt war, sind auch die in Russland populäre Fernsehserie „Interny“ (zu Deutsch „Medizin-Praktikanten“), die Fernsehserie „Findelkind“ sowie ihr Debüt als Hauptdarstellerin im Spielfilm „Eis“. Für diese Rolle wurde Aglaja mit der nationalen Auszeichnung „Adler“ und dem internationalen „Chopard Talent Award“ ausgezeichnet.
Sie berichtet über ihr Leben auf Instagram und veröffentlicht auf ihrer Seite Fotos von Drehtagen und Reisen und macht Werbung für berühmte Marken. Vor der Beziehung mit Aronofsky war sie mit dem serbischen Schauspieler Milos Bikovic liiert. Sie trennten sich im Frühling 2018.
„In der Freizeit versuche ich, viel zu lesen und mich in anderen interessanten kreativen Bereichen zu entwickeln – Musik, Sprachen und Malerei“, erzählt Aglaja.
Aglaja mag die Fernsehserien „Black Mirror“, „Game of Thrones“ und „Breaking Bad“. Sie plädiert für die Idee der natürlichen Schönheit und tritt gegen Schönheitsoperationen und -Injektionen auf. Sie träumt davon, ein Netzwerk von Tierheimen mit Tausenden Plätzen zu eröffnen und macht bei Umweltaktionen mit.
„Heute verschwendet man in Russland die Hälfte der natürlichen Ressourcen wie Kohl, Erdöl und Gas. Das passiert, weil wir uns daran nicht gewöhnt haben, zu sparen. Ich schaue, dass ich das Licht immer ausmache, wenn ich den Raum verlasse. Wenn wir an die Zukunft nicht denken, indem wir erbarmungslos die Ressourcen der Erde erschöpfen, werden wir keine Zukunft mehr haben“, schrieb sie zur Unterstützung der Discovery-Umweltaktion „ActNow“.
2018 nahm sie das Studium wieder auf. Diesmal studiert sie in den USA, die sie regelmäßig besucht. Wie es sich jetzt herausstellte, ist wohl die Beziehung mit Aronofsky ein weiterer Grund. Doch Aglaja möchte auch in Russland leben und arbeiten.
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung ausschließlich unter Angabe der Quelle und aktiven Hyperlinks auf das Ausgangsmaterial gestattet.
Abonnieren Sie
unseren kostenlosen Newsletter!
Erhalten Sie die besten Geschichten der Woche direkt in Ihren Posteingang!